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Über das Lernen: Zwei wichtige Fragen, die du dir stellen solltest

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Meine Lieblingszeiten des Tages sind der Morgen und der frühe Vormittag. Ich setze mich in aller Ruhe mit einem Kaffee an meinen Lieblingsplatz, meditiere, lese und schreibe. Für mich persönlich ist das meine Lernzeit. Ich lese in dieser Zeit sehr aufmerksam spirituelle Bücher, unterstreiche, markiere, schreibe Impulse und Ideen dazu auf. Ich liebe das. 

 

Vor einiger Zeit habe ich mir selbst die Frage gestellt, an welchen Orten oder in welchen Situationen meines Lebens ich eigentlich am glücklichsten war. Und die Antwort darauf fand ich sehr schnell und sehr deutlich: Am wohlsten habe ich mich immer in irgendeiner Form von Unterricht gefühlt. Egal, ob es dabei um meine sozialen Studiengänge ging, um meine Ausbildungen in alternativen Heilmethoden oder um spirituelle Konferenzen und Workshops. Ich habe schon immer unheimlich gern Neues gelernt. Und es ist mir nie schwer gefallen. Mit einer Einschränkung: Der Inhalt musste mich begeistern, oder wenigstens interessieren.

Vor einigen Jahren bekam ich dann selbst die Möglichkeit mein angeeignetes Wissen und meine Erfahrungen in Seminaren weiterzugeben und von der Rolle der Schülerin in die der Lehrerin zu wechseln. Und auch das lag mir. Auch das begeisterte mich und fühlte sich nicht wie „Arbeit“ für mich an.

 

Ich selbst bin der Typ Mensch, der am meisten durch die Erfahrungen anderer lernt. Ich kann unglaublich viel damit anfangen, wenn mir jemand ganz authentisch erzählt, wie er/ sie eine Krise gemeistert hat, ein bestimmtes Problem gelöst hat, das ich auch habe oder von einer Begegnung berichtet hat, die sein/ihr Leben verändert hat. Ich kann mich in diese Situationen hineinversetzen, und, was noch wichtiger ist, in mir verankert sich das Gefühl: Wenn die das geschafft haben, schaffe ich das auch! Nichts dient meinem persönlichen Wachstum mehr.

Diese Art zu lehren, habe ich deshalb auch für mich selbst übernommen. Ich unterrichte, was ich selbst gelernt habe. Und weil ich das genau so tue, bin ich immer besser und sicherer darin geworden.

 

Der Begriff „lernen“ ist leider für viele Menschen durch schlimme Erlebnisse in der Schule negativ besetzt. Manche glauben, wir wären endlich fertig mit lernen, sobald wir einen bestimmten Schulabschluss in der Tasche haben. Doch nichts könnte weiter weg von der Wahrheit sein. Im Gegenteil. Nach all dem Lernen in den starren Systemen und Strukturen unseres aktuellen Bildungssystems, fängt das richtige Lernen erst an. Das eigentliche Lernen. Und es hört nie auf. Es hat kein Ziel. Es hat kein Ende. 

Lernen ist so etwas wie der Antriebsmotor, der uns durchs Leben navigiert. Die Neugier auf Neues, das Interesse an Dingen. 

In diesem Monat solltest du dich deshalb mal bewusst damit auseinandersetzen, was du lernen möchtest. Was macht dir Spaß? Woran hast du wirklich Interesse? Ist es, wie bei mir, das Erweitern deines Wissens über ein bestimmtes Thema? Oder ist es vielleicht etwas ganz Praktisches? Willst du lernen, wie man Gemüse anbaut? Wie man Klavier spielt? Wie man tolle Flechtfrisuren zaubert?

Stell dir vielleicht auch mal dieselbe Frage wie ich es getan habe: „An welchen Orten (oder auch in welchen Situationen) hast du dich bisher am wohlsten gefühlt?“

 

Lernen kann uns neuen Lebensmut schenken. Es kann uns dabei helfen, so viel mehr über unser eigenes Wesen heraus zu finden. Es kann uns dabei helfen, neue Wege für uns zu entdecken, wenn wir uns verloren fühlen.

Das Thema für diesen Monat ist deshalb kurz und einfach (und in der Einfachheit liegen meist die wirklich wichtigen Elemente für unser Wachstum verborgen): Was möchtest du Neues lernen? 

Und bitte belasse es nicht dabei diese Frage einfach nur zu beantworten, sondern schaffe, als wichtigen zweiten Schritt, Zeit in deinem Kalender, um ganz schnell damit zu beginnen.

Ich wünsche dir ganz viel Freude und viele neue, spannende Erkenntnisse dabei!

 

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