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Wovon dein Verstand nichts versteht: über Herzenswünsche.

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Mit dem Göttinnen-Deck habe ich seit sehr langer Zeit nicht mehr gearbeitet und doch erschien es mir für diesen Monat absolut richtig. Das Thema für diesen Monat steht unter der Energie von Pele, der hawaiianischen Göttin des Tanzes und des Feuers, und trägt den passenden Namen „Göttliche Leidenschaft“.

 

Die gedankliche Reise dazu beginnt mit der Aufforderung und Frage: „Sei aufrichtig dir selbst gegenüber. Was ist dein größter Herzenswunsch?“

Dazu kommt mir zuerst in den Sinn, dass dieses Thema wohl alles trifft- nur nicht den Verstand. Und den benutze ich als Steinbock ganz besonders gern. Auf meiner eigenen persönlichen Reise habe ich vor kurzem allerdings festgestellt, dass, obwohl der Verstand mir wirklich sehr gute Dienste leistet, er doch auch oft genug verhindert, dass ich zum Kern der Dinge, oder noch besser zum Herz der Dinge vordringe. 

 

Den Begriff „Herzenswunsch“ verwenden wir oft genug sehr leichtfertig, wodurch sich seine Bedeutung abschwächen kann. Ist es wirklich dein Herzenswunsch, ein neues Auto zu haben? Ist es wirklich dein Herzenswunsch, diese Reise zu machen? Ist es wirklich dein Herzenswunsch, diesen Menschen zu heiraten? Ist es wirklich dein Herzenswunsch, diesen einen bestimmten Job zu bekommen?

 

Und es kann durchaus sein, dass deine Antwort auf all diese Fragen „Ja“ lautet. Es kann aber auch sein, dass du nur glaubst, dass du dir dieses bestimmte Etwas, oder dieses bestimmte Ergebnis wünschst. Klingt das zunächst komisch für dich? Du glaubst vielleicht nur, dass du dir etwas wünschst? Ja! Und wir sollten unsere Gedanken, und dass, was wir uns selbst erzählen und glauben viel öfter in Frage stellen. Denn, ob es dir bewusst ist oder nicht, viele unserer Wünsche haben wir tatsächlich einfach von unserer Familie oder der Kultur, in der wir aufgewachsen sind, übernommen. Jeder wünscht sich schließlich eine Familie, ein Haus und Kinder- oder etwa nicht? Jeder in meiner Familie ist schließlich Arzt geworden. Das wird mich sicher auch erfüllen- oder etwa nicht?

Genau dieses „oder etwa nicht“ gilt es zu untersuchen. (Und grundsätzlich sollten wir viel häufiger an eine Aussage anschließend fragen: oder etwa nicht?!)

 

Ich lese aktuell „Das Tao des Herzens“ von Safi Nidiaye und bin fasziniert, von der Kraft und Energie, die unserem Herzen innewohnt. Und was ich inzwischen weiß ist, dass wir diese Kraft und Energie oft nicht einmal zur Hälfte nutzen. Bringen wir das Thema „Göttliche Leidenschaft“ mit der Frage nach dem Herzenswunsch zusammen, um das etwas klarer sehen zu können.

 

Der Verstand weiß weder etwas über „Gott“, noch über „Leidenschaft“. Der Verstand analysiert, erschafft Ordnung, Muster und Strukturen (was bis zu einem gewissen Grad durchaus sehr hilfreich ist). Der Verstand weiß auch nichts über die reinigende, brennende Kraft des Feuers, oder die Energie des Tanzes. Der Verstand versteht nichts von diesen Dingen. Aber unser Herz schon. Unser Herz weiß, wofür wir brennen. Unser Herz findet Erfüllung in der Hingabe an den Tanz- vollkommen unbeeindruckt von dem, was um es herum geschieht. Unser Herz sorgt dafür, dass uns eine Gänsehaut über den Rücken läuft, wenn wir spüren, dass wir auf dem für uns richtigen Weg sind.

 

Vielleicht also ist das Haus dein Herzenswunsch. Dann frage dich weiter: Wie soll es aussehen? Sehnt sich dein Herz nach rosa Türen und hellblauen Fensterläden? Gibt dir das vielleicht ein Gefühl von Wonne und Wärme und innerer Freude? Und sagt dein Verstand deinem Herzen dann vielleicht direkt, „dass man das nicht machen kann!“?

Oder sehnt sich dein Herz vielleicht in Wirklichkeit nach einem kreativen Beruf, aber dein Verstand antwortet direkt, dass das „brotlose Kunst“ ist?

 

Und dabei geht es an dieser Stelle gar nicht, um das berühmte „Entweder-oder“, sondern erstmal grundsätzlich darum, mit der Energie deines Herzens vertraut zu werden. Mit der „göttlichen Leidenschaft“, die in dir (in jeder von uns) steckt und so häufig unterdrückt wird.

Dieses Unterdrücken kann sich beispielsweise im ständigen Zufriedenstellen anderer äußern. Oder im ständigen Runterschlucken der eigenen Gefühle und Bedürfnisse, um des lieben Friedens willen. Wir unterdrücken unsere Herzenergie so oft, weil wir ganz einfach Angst davor haben, unser Herz offen zu halten. Es fühlt sich nicht sicher für uns an, das zu tun. Und die meisten von uns sind es einfach nicht gewöhnt. Den Lebensweg mit der Landkarte des Verstandes zu reisen, kommt uns deshalb sicherer vor. Es ist vertrauter und verständlich, dass wir mal mehr mal weniger bewusst, diese Route wählen.

 

Und doch habe ich auf meiner eigenen Verstandesreise etwas wichtiges bis hierher wirklich gelernt. So hilfreich mir mein Verstand in den unterschiedlichen Phasen meines Lebens gewesen ist, so waren es doch immer die tiefen Wünsche meines Herzens, die mir einfach keine Ruhe ließen, die mein Antrieb und Motor für Veränderungen und für Erfüllung waren. Sehnsucht hat mich voran gebracht. Nicht Wissen. Liebe für das, was ich will hat mich voran gebracht, nicht Intelligenz.

Frage dich in den kommenden Wochen immer wieder, wofür du wirklich brennst. Frage dich immer wieder, was dein Herz gerade am liebsten tun würde und lass dich davon überraschen, welche Türen es damit für dich öffnet.

 

Teile deine Erlebnisse dazu gern mit uns!


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