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Über Zufälle, die keine sind und über die Ordnung hinter den Dingen

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Über die Ordnung hinter den Dingen- Audioversion
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Allein schon, dass die Karte „Göttliche Ordnung“ für Februar heraus kam, unterstützt einen großen Teil der darin enthaltenen Botschaft. Denn über eben diese Karte habe ich vor kurzem erst auf meinem Instagram Kanal berichtet!

 

Und genau das bedeutet „Göttliche Ordnung“: dass es im Hintergrund all dessen, was wir sehen, eine Ordnung gibt, die uns durch dieses Leben führt und leitet, wenn wir aufmerksam genug dafür sind.

Da diese Karte so deutliche Worte findet, finde ich, dass wir uns zuerst über den Begriff „Gott“ unterhalten sollten. Mein erster Impuls dazu ist, mit abwehrenden Händen zu bekräftigen, dass du jetzt bitte nicht aufhören sollst hier weiter zu lesen, nur weil ich den Begriff „Gott“ verwende. Denn Gott hat bei vielen einen erstaunlich schlechten Ruf. Ich kann und konnte das noch nie nachvollziehen, weil ich diese Empfindung nie hatte. Und die abwehrende, beschwichtigende Reaktion meiner Hände resultiert gleichzeitig aus meiner eigenen, antrainierten Haltung und Prägung heraus. Über Gott spricht man lieber nicht in der Öffentlichkeit. Die Gefahr sich lächerlich zu machen scheint damit groß zu sein. Die Gefahr anzuecken, abgelehnt zu werden und in vollkommen aussichtslose Diskussionen verstrickt zu werden auch.

 

An dieser Stelle scheint es mir nicht wirklich wichtig für die Botschaft zu sein, darüber zu sprechen, warum das so ist. Ganz sicher hängt es zum Teil mit der Institution Kirche zusammen, mit dem Weltbild, das unseren Großeltern und Eltern durch sie vermittelt wurde und bestimmt auch damit, dass die Kirche eine Art Hoheitsanspruch auf Gott erhebt: denn mit Gott können (wenn überhaupt) nur einige wenige Auserwählte sprechen. (Und da viele von uns diese „Auserwählten“ für alles andere als „würdig“ halten, scharrt sich nicht gerade wenig negative Energie um den Begriff „Gott“.)

Bei vielen meiner eigenen Studien und Lernerfahrungen habe ich festgestellt, dass mir Worte sehr im Weg stehen. Überlege mal, welche Prägungen du zu bestimmten Begriffen hast. Was verbindest du aus deiner Kindheit heraus zum Beispiel mit dem Wort „Schutzengel“, mit dem Wort „Seele“ oder eben auch mit dem Wort „Gott“? Ich selbst musste im Laufe der Zeit viele dieser Begriffe mit neuen Bedeutungen füllen. (Während ich zum Beispiel gar keine Schwierigkeiten mit dem Begriff „Gott“ habe, habe ich sehr lange gebraucht, um den Begriff „Schutzengel“ eine neue Bedeutung zu geben. Denn die Energien, die ich wahrnahm, stimmten in keinster Weise mit dem überein, was ich als Kind unter dem Begriff „Schutzengel“ abgespeichert hatte.)

 

Definieren wir also den Begriff „Gott“ neu. Da ich hier nicht aus meinen eigenen Erfahrungen schöpfen kann, gebe ich einige Vorstellungen wieder, die viele andere Menschen über Gott hegen:

- "Gott straft mich, wenn ich mich nicht korrekt verhalte."

- "Gott ist eine wirklich ernste Angelegenheit. Humor, Lachen und Spaß sind in seiner Gegenwart vollkommen unangebracht."

- "In der Bibel steht alles, was es je über Gott zu wissen gibt."

 

Okay, jetzt mal ehrlich: Dieses große übermächtige Wesen, das uns alle ständig sieht und danach be- und verurteilt was wir richtig und was wir falsch machen, hat uns (bzw. den Männern der damaligen Zeit) vor gut 2000 Jahren eine Beschreibung für das Leben in die Hand gedrückt und sich danach nie wieder bei uns gemeldet. Er sitzt vielmehr grimmig mit seinem langen weißen Bart auf einer Wolke über uns und sieht zu, wie wir uns dabei abmühen, seine Regeln und Gesetze zu verfolgen. Und manchmal schickt er uns einen Regenbogen, so wie wir Kindern Süßigkeiten schenken, um sie wieder ein kleines bisschen aufzuheitern.

Kein Wunder, dass darüber niemand sprechen will. Diese Denkweise ist nicht mehr oder weniger realistisch wie ein Harry Potter Buch. Es ist nur eine Geschichte, die mit Gott im eigentlichen Sinne nicht das Geringste zu tun hat.

 

Denn, wenn wir weiter in die östlichen Lehren und Traditionen gehen, ist das erste, was wir gesagt bekommen, dass man Gott nicht definieren kann. Und in dem Moment, in dem wir Gott definiert haben, ist er/sie/ es schon nicht mehr wirklich Gott.

 

Ich versuche hier trotzdem ein paar Worte zu finden, die dir hoffentlich ein Gefühl dafür hinterlassen, was Gott für dich sein kann. (Denn das ist schon das Entscheidende: Gott ist vor allem ein Gefühl.)

 

Ich glaube, dass aus all den oben genannten Gründen, mit unseren elterlichen und großelterlichen Prägungen, der Begriff „Gott“ heutzutage oft durch „Universum“ ersetzt wird. Für mich sind diese Begriffe Synonyme. Und Universum trifft es insofern ganz gut, weil es uns ein realistischeres Bild über die Größe, Weite, Tiefe und Unendlichkeit Gottes wiederspiegelt. Was auch zu diesem Bild passt, sind die neusten Forschungen über Energiefelder, Quantenteilchen, etc. Denn was wir inzwischen wissen ist, dass alles mit allem zusammenhängt. Und mit dieser Vorstellung kommen wir Gott noch näher, denn Gott ist der Stoff, der alles zusammenhält und verbindet. Er ist der Hintergrund auf dem sich unser Leben abspielt. Die Leinwand, auf die unser Kinofilm projiziert wird. Diese geheimnisvolle Energie, die alle Lebewesen, jeden Menschen, jedes Tier, jedes Teilchen miteinander verbindet. Es wäre vermessen zu glauben, dass diese Energie nur zu wenigen von uns spricht. Es wäre vermessen zu glauben, dass auf diese Energie nur wenige Auserwählte von uns Zugriff haben. Es wäre vermessen zu denken, dass diese Energie, wie die böse Stiefmutter aus Schneewittchen, nichts Besseres zu tun hat, als uns zu strafen, zu quälen und zu jagen.

 

Das Thema für diesen Monat lautet: „Göttliche Ordnung. Alles ist so, wie es jetzt sein muss. Schau hinter den Schleier der Illusion und erkenne die eigentliche Ordnung.“

 

Du bist nicht zufällig in dieses Leben geraten. Du bist nicht zufällig an den Ort geraten, an dem du aufgewachsen bist. Du bist den Menschen in deinem Leben nicht zufällig begegnet. Hinter allem was geschieht, steckt eine göttliche Ordnung. Die einzelnen Fäden des Gewebes, was alles zusammenhält, ziehen sich durch dein Leben. Du versteht es vielleicht nicht immer sofort- aber rückblickend meistens schon. Deshalb wird so oft gesagt: das Leben kann nur vorwärts gelebt und nur rückwärts verstanden werden.

Und du hast das selbst schon erlebt, wenn du dich in Dramen und Konflikten wiedergefunden hast, die zu dem Zeitpunkt als sie geschahen ganz schrecklich für dich waren und Monate, manchmal Jahre später, doch positive Veränderungen für dich mit sich gebracht haben.

 

Göttliche Ordnung heißt auch, dass uns scheinbar unglaubliche Zufälle begegnen. Ein Mensch, den du vorher noch nicht kanntest. Ein Tier, das dein Leben auf den Kopf stellt. Ein Jobangebot, das du nicht mal auf dem Schirm hattest.

Und manchmal eben auch eine Herausforderung an der du beinahe verzweifelst. Es gibt keine Fehler im Universum. Mit dir ist nichts falsch, du hast nicht versagt. Alle Begegnungen und Begebenheiten in deinem Leben dienen dir als Katalysator. Sie dienen dir als transformatives Element, das dich in eine vollkommen neue Richtung blicken lässt. Erkenne die Chancen und Möglichkeiten darin und öffne dich für die Perspektive, dass gerade jetzt alles in perfekter göttlicher Ordnung ist.

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Kommentare: 1
  • #1

    Ben (Dienstag, 29 Mai 2018 07:50)

    In den Osten braucht man gar nicht gehen. Die Aussagen christliche Vertreter (nämlich die Mystiker; Mystik gibt es in jeder Hochreligion) entsprechen oft in den Worten und zumindest im Geiste absolut demselben. Das ist das faszinierende für mich: Der gemeinsame Kern der Religionen.