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Über Inspiration. Über Beyonce. Und über die Frage, wer die Welt rettet.

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Zum Märzblog hat mich eine Aussage von Jordan Bach (einem meiner  spirituellen Lieblingsblogger) inspiriert. Er sagte: „Folgende Dinge kannst du gleichzeitig tun: Begeistert über Beyonce und ihre Zwillingsschwangerschaft sein und zutiefst bestürzt über schreckliche Ereignisse in der Welt.“

 

In dieser Aussage steckt es mal wieder drin: unsere Tendenz so gern alles in schwarz oder weiß einteilen zu wollen. Und grundsätzlich ist das auch verständlich, denn indem wir Situationen, Menschen und Ereignissen Labels geben, gewinnen wir (zumindest vermeintlich) mehr Sicherheit und Klarheit.

 

Ich bin ein bekennender Desire-Map-Fan, und in der 2017 Ausgabe, gibt es wöchentlich die Kategorie der „Stop-Doing-List“. Zu Beginn war es gar nicht leicht für mich, darauf Antworten zu finden. Womit will ich aufhören? Womit stoppe ich einfach? Nicht morgen, nicht nächste Woche, sondern jetzt? Was lasse ich einfach bleiben?

 

Die bisher erkenntnisreichste Antwort für mich war: Ich höre sofort damit auf, negative Kommentare unter SocialMedia Posts zu lesen. (Warte noch kurz, ich schlage gleich den Bogen zu Jordan Bach und seiner Aussage über Beyonce.)

Ich mag SocialMedia grundsätzlich und im Rahmen. Es gibt einige Menschen, denen ich sehr gern folge, deren Weltanschauung ich teile und deren Blogs, Zitate, Erfahrungen, Rezepte etc. mich selbst immer wieder dazu inspirieren und motivieren Neues zu verwirklichen und Neues auszuprobieren.

Und dann passiert das: Ich entdecke einen Post, der mich wirklich zum Denken bringt. Etwas, was mich begeistert, mich berührt und zum Wachstum anregt. Und dann fange ich an die Kommentare dazu zu lesen: „Ja, wenn ich so viel Geld verdienen würde, wie  die da oben, wäre das für mich auch einfach!“  „Du hast leicht reden, bei deinem Aussehen!" „Veganer sollten mal ein ordentliches Schnitzel essen, um wieder klar zu kommen.” „Es gibt so viele Krisengebiete auf der Welt und du interessierst dich allen Ernstes für Beyonce?!“

 

Und was passiert dann? Die fließende, belebende Energie, die ich zuvor gespürt habe, erfährt einen jähen Dämpfer. Also definitives „Stop-Doing“: negative Kommentare unter inspirierenden Posts lesen. (Gilt insbesondere, wenn es ums Essen oder um aktuelle politische Ereignisse geht.)

 

Und jetzt die nächste, besonders wichtige Frage: Wem hat es auch nur irgendetwas geholfen, dass mein Energielevel abgesunken ist? Wen hat es gerettet? Wen hat es beschützt? Wen hat es ernährt? Und auch: Wen hat der negative Kommentator gerettet? Wen hat er beschützt? Wen hat er ernährt?

 

Wir müssen begreifen, dass wir in einem Universum leben, dessen Währung Energie ist. Und wir entscheiden mit jedem einzelnen Gedanken, mit jedem Wort, jedem Kommentar und erst recht jeder Tat, welche Energie wir ins kollektive Netz einzahlen.

 

Was also können wir tun? Was ist das Fazit aus all diesen Überlegungen?

Zum einen: Ja, es gibt viel Schlimmes auf der Welt. Aber muss ich mich deshalb fortan für alles in meinem Leben schuldig fühlen? Muss ich jede Minute damit verbringen, mich über das Leid auf der Welt zu informieren? Muss jede Freude einen negativen Beigeschmack haben, weil es so viele Menschen gibt, denen es so viel schlechter geht als mir?

Die Antwort darauf kann nur ein klares „Nein“ sein, da all das niemandem dient. Im Gegenteil, es verstärkt die negative Energie umso mehr.

 

Und was ist jetzt mit Beyonce?

Mal ganz abgesehen davon, dass ich nie ein großer Beyonce-Fan war, inspiriert sie mich. Mich inspiriert ihre Haltung zu Weiblichkeit. Zur Mutterschaft. Zur Verkörperung der eigenen Schönheit. Ihr Mut sich zu zeigen. Sie inspiriert mich dazu, die strahlenden, nährenden Aspekte im eigenen Inneren zu finden.

Sie inspiriert mich zu der Frage, wo ich selbst Licht ins Leben anderer bringen kann.

 

Zu Beginn des Monats habe ich eine Instagram-Challenge zum Thema „Wahrheit heilt“ veranstaltet. Ich habe verschiedene Fragen gestellt und unterschiedlichste Menschen haben unterschiedlichste und sehr ehrliche Antworten auf diese Fragen gegeben.

 

Das interessante daran für mich war, dass all diese Menschen einige signifikante Dinge verbanden. Ausnahmslos alle wünschten sich, mehr den Mut dazu zu finden, ihre eigene Wahrheit zu leben. Für einige bedeutete das, häufiger zu sagen, was sie denken und fühlen. Was sie wollen und nicht wollen. Für viele andere bedeutete es, den Mut zu haben, ihre Spiritualität offen zu leben, zu ihren Werten zu stehen und sich nicht länger zu verstecken. Alle hatten Angst vor dem Urteil anderer. Alle rechtfertigten häufig ihre Standpunkte.  Alle machten sich auf irgendeine Weise gelegentlich klein. Im Grunde wünschten sich alle, ihr Selbst im Alltag mehr zu zeigen. (So wie Beyonce, nur auf ihre jeweilige eigene, individuelle Art.)

 

Und ich dachte mir: Wenn wir doch alle so viel Angst davor haben, sichtbar zu werden, sollten wir uns vielleicht zusammenschließen, und es einfach tun. Wir sollten aufhören ständig zu erklären und zu rechtfertigen und anfangen zu handeln. 

 

Und zum Schluss noch: Was tun wir jetzt, nachdem wir uns über Beyonce’s Zwillinge gefreut haben, um Leiden auf der Welt zu verringern?

Die Antwort auf diese Frage ist leichter als du denkst: Du tust einfach, was du kannst. Was DU kannst. Niemand erwartet von dir mehr zu geben, als du kannst.

Gib, wozu du dich inspiriert fühlst und wisse, dass es genug ist. Frage dich jeden Morgen: Was kann ich heute geben? Wem kann ich heute helfen?

 

Kannst du einer Organisation, von deren Arbeit du tief im Herzen überzeugt bist jeden Monat 5 Euro spenden? Kannst du einem hungrigen Menschen eine Mahlzeit schenken? Kannst du für jemanden beten? Kannst du jemandem in der Nachbarschaft bei etwas helfen? Kannst du jemandem sagen, dass du ihn liebst? Kannst du ehrenamtlich eine Stunde in der Woche in einem Projekt helfen? Kannst du den Plastikverbrauch in deinem Haushalt signifikant reduzieren? Kannst du einem Tier helfen?

 

Egal, was du tust, tue etwas! Etwas Kleines jeden Tag. Beginne einfach irgendwo. Und denk daran lebensbejahende Energie in das Netz des Lebens einzuzahlen. Denn umso mehr von uns genau das tun, umso größere Kreise wird es ziehen und umso mehr wird es sich ausbreiten.


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Kommentare: 2
  • #1

    Nadine Menger (Mittwoch, 01 März 2017 17:54)

    Ein toller Text mit so vielen schönen und wahren Gedanken, vielen Dank dafür, Sabrina! Die Negativität im Netz ist etwas, das auch mich immer wieder runterzieht und der einzige Weg ist tatsächlich, sich dem zu entziehen und in die Gegenrichtung zu arbeiten. Energy flows where attention goes... Liebe Grüße! Nadine :-)

  • #2

    Christina (Donnerstag, 02 März 2017 05:38)

    Vielen Dank für die wahren Zeilen liebe Sabrina. Genauso sollten wir handeln. Jede Handlung aus Liebe bringt positive Veränderungen und ist sie noch so klein. Ich denke an den Liedtext " ins Wasser fällt ein Stein ganz heimlich still und leise und ist er noch so klein er zieht doch weite Kreise." Ich wünsche Dir einen wundervollen März und uns allen viele kleine Steine, die positive Energien in unsere Welt bringen.
    Alles Liebe Christina