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Über Wahrheit. Über das Ende des Bullshits. Und ein bisschen über Liebe.


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Wahrheit heilt. Zum einen ist das der Titel eines Buches, das ich vor gut einem Jahr gelesen habe, welches mir viele neue Denkanstöße gegeben hat. Zum anderen ist es ein Lebenskonzept, mit dem ich mich seit dieser Zeit mehr und mehr beschäftigt und auseinandergesetzt habe.

 

Das Thema kennt viele Facetten. 

Eine wichtige davon ist, dass Wahrheit insbesondere auf der körperlichen Ebene zu viel Heilung und Erleichterung beiträgt. Ihr wisst schon, all die super schmerzhaften Erfahrungen, die wir lange in uns verschlossen haben, weil wir einfach nicht mit ihnen klar kommen. All die Wahrheiten, die wir über unsere Familien kennen. All die Wahrheiten, die wir über unsere eigenen Versäumnisse, Fehler und Schattenseiten kennen. Häufig genug vergraben wir sie. Aber was vergraben und zugeschüttet ist, ist nicht weg. Und wenn die vergrabenen Gefühle und Erfahrungen schmerzhaft genug waren, zeigen sie sich irgendwann wieder. Als Krankheiten, unerklärliche körperliche Symptome, Depressionen, Lebenskrisen, Suchtverhalten, etc. Denn sie wollen gehört werden. Sie wollen gesehen und gefühlt werden. Und wenn man sich dann dazu entscheidet endlich hindurch zu gehen, anstatt immer nur Brücken darüber zu bauen oder Tunnel drum herum zu graben, geschehen die „erstaunlichsten“ Heilungen. Denn die Energie der Ereignisse wurde dann entlassen. Sie kann endlich aus dem Körpersystem entweichen. Ich empfehle wirklich jedem sich mit diesen Konzepten zu beschäftigen. Vielleicht beginnst du auch wie ich mit dem Buch „Wahrheit heilt“ von Deborah King.

 

Eine andere wichtige Facette des Konzeptes von „Wahrheit heilt“, liegt mir momentan besonders auf der Seele. Ich nenne sie „das Ende des Bullshits“. Wir leben aktuell in einer Welt, in der uns im wahrsten Sinne des Wortes sehr vieles um die Ohren fliegt. Negative Energien in der Bevölkerung nehmen zu, Vorurteile sind auf dem Vormarsch und kaum jemand kann sagen, dass er von massiven Ängsten unberührt bleibt. Wir leben in einer Zeit, in der sich Altes mit jeder Menge Lärm verabschiedet. Um uns herum gibt es Probleme. Und zwar jede Menge. 

Und obwohl ich nun weiß, dass Energie der Aufmerksamkeit folgt und dass positiver Fokus sicher immer noch eines der besten Mittel ist, um das eigene Leben zu gestalten, kann ich die Wahrheit doch nicht zuschütten. Es hilft nicht, wenn ich einfach ein bisschen Glitzer über sie stäube. Denn dann geschieht kollektiv das gleiche, wie persönlich bezogen auf mein individuelles Leben: Verdrängtes kommt mit Pauken und Trompeten an die Oberfläche, denn seine Energie ist nicht verschwunden.

 

Sorry, aber wir können uns gerade keinen Bullshit mehr leisten.

Wenn ich vom Ende des Bullshits spreche meine ich den immer noch allgemein akzeptierten und zelebrierten respektlosen Umgang miteinander. In Amerika werden monatelang Ausstrahlungen im Fernsehen zelebriert, in denen sich erwachsene Menschen aufs übelste fertig machen, beleidigen und beschimpfen. Auf die Idee, dass dort Kinder aufwachsen, die genau das als Lebensnormalität kennen lernen, kommen leider noch nicht genug Menschen. Aber hey, „die Amis“ sind ja weit genug weg von uns und haben ja immer schon alles übertrieben, stimmt’s? Wenn wir uns dagegen Shows im Fernsehen anschauen, in denen ganz bewusst schwache Menschen vorgeführt werden, über die wir dann lachen oder urteilen können, ist das natürlich etwas ganz anderes, oder? Damit wird ja keiner verletzt, oder? Das ist ja nicht gefährlich, oder? Damit vermitteln wir unseren Kindern und Jugendlichen mehr über gegenseitigen Respekt, oder? Lassen wir diesen Bullshit. 

 

Noch eine weit verbreitete und sehr gefährliche Form des Bullshits ist „es um des lieben Frieden willens gut sein zu lassen“. „Du weißt doch wie er ist.“ „Lass sie doch, das bringt doch nichts.“

Bitte, wenn dich andere schlecht oder respektlos behandeln, dreh dich um Himmels Willen um und geh. Wenn Menschen sich gut dabei fühlen ihr negatives Weltbild und ihre Vorurteile um sich zu schleudern, tu nicht so, als wäre das okay für dich und gib ihnen damit das Gefühl, dass ihr Verhalten vollkommen in Ordnung ist. Sprich aus, wenn du dich unwohl fühlst. Brich keinen Streit vom Zaun, denn du wirst diesen Menschen damit nicht ändern können. Aber gib ein ruhiges, klares Statement darüber ab, dass dieses Verhalten für dich unakzeptabel ist. Damit zeigst du dir selbst gegenüber Respekt. Natürlich hast du Angst, dass du ausgeschlossen wirst, wenn du plötzlich sagst, was du fühlst. Aber du kannst dir nicht länger den Bullshit erlauben, dich schlecht behandeln zu lassen, aus Angst allein zurück zu bleiben. Sei ein Vorbild für viele andere, die sich ebenfalls nicht trauen, etwas zu sagen, obwohl sie sich genauso unwohl fühlen wie du. Und du wirst sehen, dass dein Mut zu deiner Wahrheit zu stehen dir langfristig viele neue Möglichkeiten erschafft.

 

Und dann gibt es da noch den weit verbreiteten Bullshit über Verantwortung. „Mh, naja, was die da tun, damit habe ich ja nichts zu schaffen.“ Wirklich nicht? Wenn andere leiden und du schaust weg, dann hast du damit nichts zu schaffen? Jetzt magst du sagen, dass du nicht das Leid der Welt tragen kannst und das ist vollkommen richtig. Niemandes Leid wird gelindert, wenn du selbst auch leidest. Aber bitte mach dir auch nichts vor. Wenn du im Supermarkt eine Zehner-Packung Eier für einen Euro kaufst, trägst du zum Leiden anderer Lebewesen bei. Wenn du über eine Kollegin lästerst gibst du allen anderen das Gefühl Mobbing und respektloses Verhalten sei völlig okay. Wenn du eine riesige Tüte Klamotten für 50 Euro einkaufst, trägst du damit zum Schaden an Umwelt (und häufig Menschenrechten) bei. Wenn du dich nicht bemühst verschiedene Blickwinkel einzunehmen, und unreflektiert alles glaubst, was die Megaschlagzeile einer Tageszeitung ausposaunt, trägst du dazu bei, dass Vorurteile und Halbwahrheiten sich verbreiten.

 

Nun, wir alle sind keine Heiligen. Und keiner von uns ist perfekt. Und jeder von uns verursacht Leid im Leben anderer, auf die ein oder andere Art und Weise. Und dieser Kontrast gehört definitiv zum Leben dazu, weil er gleichzeitig auch der Antriebsmotor für Veränderung, Wachstum und Entwicklung ist.

 

Das kann uns aber nicht als Rechtfertigung dienen wegzuschauen und so zu tun, als würde es Leid nicht geben oder gar das Leid anderer für unser Entertainment zu nutzen. An dieser Stelle muss der Bullshit aufhören. 

 

Woher kann ich eigentlich wissen, was die Wahrheit ist, wenn so viele Falschmeldungen verbreitet werden? Du kannst es nicht. Du kannst der Wahrheit immer nur näher kommen, indem du hinterfragst, anstatt alles ungefiltert anzunehmen und zu glauben, was dir vorgesetzt wird. Ein Gradmesser, der mich persönlich inzwischen immer zum Hinterfragen animiert ist, wenn richtig viel Geld im Spiel ist, das mir eine Wahrheit verkaufen will. Wer sind die Guten? Wer die Bösen? Wenn du anfängst dich wirklich zu informieren, wirst du feststellen, dass die Unterscheidung so einfach nicht zu treffen ist, denn wir sprechen über ein sehr altes, sehr komplexes Spiel, mit sehr viel Macht und sehr viel Geld. 

Die eine Wahrheit gibt es nicht. Wahrheit bleibt erstaunlicherweise immer auch subjektiv. Wichtig ist, deine eigene Wahrheit zu finden.

 

Und soll ich dann, wenn ich sie gefunden habe, meine Wahrheit jedem um die Ohren werfen? Nein, auf keinen Fall. Denn Wahrheit, die ohne Liebe ausgedrückt wird, ist wieder nur eine Form des Rechtfertigens. Eine Form von „Ich bin besser als Du“. Eine Form von „Du machst mir Angst und deshalb darf ich respektlos reagieren“. Eine Form von „Ich bin authentisch und deshalb ist alles okay, was ich tue.“

 

Und hier kommen wir zur Grundlage alles zuvor gesagten, nämlich dass Wahrheit Liebe ist. Und dass wir vor Liebe, vor ihrem Ausdruck und dem Schmerz und eventuellem Verlust, den sie mit sich bringt, die größte Angst haben.

Am Ende führt alles dazu zurück: alle Gedanken, die ich mit Liebe denke, helfen. Alle Worte, die ich mit Liebe spreche, heilen. Alle Taten, die ich mit Liebe ausführe, tragen immer zum Wohl aller bei.

 

Und hier ist noch meine persönliche Wahrheit: Ich habe Angst davor so authentisch zu sein. Ich habe Angst davor, über Liebe und Verantwortung und Gefühle zu sprechen, weil all diese Aspekte zu den Dingen gehören, die in meinem Aufwachsen unter den Teppich gekehrt wurden. Es sind die Aspekte, die mich tief im Inneren bewegen. Es sind meine eigenen verborgenen Wahrheiten, die gesehen, gehört und gefühlt werden wollen. 

 

Welches sind deine Wahrheiten? Teile sie. Denn Wahrheit heilt.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Suzanne (Freitag, 03 Februar 2017 20:11)

    Ich liebe diesen Artikel. So wichtig, dass wir endlich Tacheles reden!