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Willkommen zurück, innere Stimme!

Lange habe ich überlegt, über welches Thema ich diesmal schreiben will. Denn irgendwie scheint die Zeit zwischen den Jahren immer besonders bedeutsam zu sein. Also habe ich mich gefragt, was in diesem Jahr eigentlich besonders bedeutsam für mich war und bin bei einem sehr wichtigen Thema hängen geblieben: dem tiefen Wunsch, ich selbst zu sein.

Kennst Du das, dass Dich manchmal alles so überfordert, dass Du nur noch denkst: Hey, ich will doch eigentlich nur mein Leben leben! Ich will doch eigentlich nur ich selbst sein!

 

Ich kenne das und höre es auch häufig in meinen Begegnungen beim Coaching oder auf meinen Social-Media Kanälen. Überall sehnen sich Menschen danach „einfach nur sie selbst sein zu können“. Nachdem auch ich diesen Wunsch immer und immer wieder wiederholt habe, stellte ich plötzlich überrascht fest, dass ich keine Ahnung hatte, wie dieses Selbst eigentlich aussehen würde! Was würde dieses Selbst, das ich unbedingt sein und verkörpern wollte, im Alltag tun? Was wären seine Tätigkeiten und Beschäftigungen? Was würde es wann, wo zu wem sagen? Wie würden seine Beziehungen aussehen? Wie seine Kommunikationsstrukturen? Wie würde es sich fühlen?

Wenn Du sagst, Du willst Du selbst sein: wer bist Du dann?

 

Und hier ist die Krux: Genau diese Fragen lassen wir uns viel zu häufig von anderen beantworten.

Für viele von uns in der Blogger-, Coaching-, Instagram- und Pinterestwelt sind Selbstausdruck, Kreativität und eine erfüllende Lebensaufgabe zu finden, wahnsinnig wichtige Themen.

 

Ich habe innerhalb des vergangenen Jahres beispielsweise unzählige Stunden damit verbracht mir in Onlinekursen, YouTubeVideos und der gleichen erklären zu lassen, wie man das eigene Business aufbaut, wie man Klienten gewinnt, was man posten muss, was man auf gar keinen Fall posten darf, was das Gesetz der Anziehung damit zu tun hat, was eigene, unerkannte Muster mit sich bringen und so weiter.

 

Ich bin eine ehrgeizige Schülerin. Immer schon gewesen. Und so habe ich Ratschläge befolgt, Übungen gemacht, unzählige Dinge ausgedruckt und viel Disziplin bewiesen. Hat mich nur alles nicht zufriedener gemacht. Die erhofften Ergebnisse stellten sich nicht ein. Frust und Enttäuschung und Selbstzweifel schon. So viel Arbeit. So viele Gedanken, die ich in die unterschiedlichsten Projekte steckte und immer wieder so viel Unsicherheit.

 

Bis ich irgendwann (und zum Glück passiert mir das in meinem Leben ziemlich häufig) ein Aha-Erlebnis hatte: Diese Visionen, die ich da verfolgte, waren gar nicht meine. Sie entsprachen nicht meinem eigenen tiefen inneren Selbst.

 

Die Visionen, die ich versucht hatte umzusetzen, waren angepasst:

  • Angepasst daran, was anderen über mich denken würden. Und angepasst daran, dass sie mich bitte nicht für allzu verrückt halten würden.
  • Angepasst auch daran, was Businessexperten als Wachstum und Erfolg messen. Welche Zahlen erreicht werden sollten und welche Mittel zur Erreichung dieser Ziele dienen würden.

Nur, hier ist das Ding, was ich viel zu lange ignoriert habe: Meine eigene Vision von Wachstum sieht ganz anders auf. Meine eigene Definition von Zufriedenheit ist eine andere. Meine eigenen Vorstellungen von Wichtigkeiten, Prioritäten und wertvollen Dingen sind anders.

 

Als ich mich in den letzten zwei, drei Wochen mit der Reflexion von 2016 beschäftigte und Pläne für 2017 machen wollte (die ganze Sache mit dem Fokus und den Zielen und dem Wissen, was man will, wird uns ja aus allen Richtungen ständig nahe gelegt), wurde mir die ganze Thematik nochmal besonders bewusst: Ich hatte meine eigene weise, innere Stimme für einen Großteil des Jahres ignoriert und immer wieder beiseite geschoben, weil ich überzeugt davon war, dass andere es besser wüssten als ich.

 

Ich habe nicht viele Pläne gemacht für 2017. Zumindest keine konkreten. Dieses oder jenes Ziel bis März, Juli oder September erreicht zu haben, liegt mir nicht. Es entspricht nicht meinem Wesen. Nicht meinem Selbst. Und wenn mein Wunsch ist, ich selbst zu sein, muss ich darauf hören. Ich habe mit der Desire-Map Technik von Danielle LaPorte gearbeitet.

Die entspricht mir. Die Hauptfrage dabei ist nicht: Welche Ziele willst du erreichen, sondern, wie willst Du Dich fühlen?

 

Wie willst Du Dich fühlen? Und was willst Du tun, um Dich so zu fühlen? Ganz wichtig: nicht was solltest Du tun, um Dich so fühlen zu können, sondern, was willst Du wirklich dafür tun? Was entspricht Dir?

 

Und deshalb heißt dieser Blog: Willkommen zurück innere Stimme.

Denn es ist eine der wenigen Intentionen, die ich für das kommende Jahr gesetzt habe: auf mich zu hören. Meiner eigenen Weisheit zu vertrauen. Und es fühlt sich schon jetzt so viel besser an, als sehr vieles von dem, was mir in den letzten 12 Monaten begegnet ist.

Was sagt Dir Deine innere Stimme?

 

 

Happy New Year, ihr Lieben und nur das Beste für Euch- was auch immer Eurer eigenen Version von "das Beste" entsprechen mag!


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Kommentare: 4
  • #1

    Katrin Haag (Sonntag, 01 Januar 2017 15:38)

    Liebe Sabrina,
    deine offenen Worte und deine klare, echte Art überwältigt mich immer wieder!
    Der Januar Blog ist dir sehr sehr gut gelungen und strotzt vor Freude und positiven Gefühlen. Danke!!!

  • #2

    Christina (Sonntag, 01 Januar 2017 15:45)

    Liebe Sabrina, danke, denn du sprichst mir aus der Seele und aus dem Herzen. Auch ich habe das letzte Jahr so viel auf andere gehört, wollte es ihnen recht machen und habe meine eigene Stimme komplett überhört. Vielen Dank für deine Zeilen und in 2017 werde ich mehr und mehr meiner inneren Führung vertrauen und folgen und ich bin mir sicher, dass ich mich sehr viel freier fühlen werde. Auf ein wundervolles 2017 mit vielen Seelenmomenten.
    Alles Liebe Christina

  • #3

    Suzanne (Montag, 02 Januar 2017 20:43)

    Hach Sabrina,

    geht mir ganz genau ❤ auf ein tolles und erfülltes 2017 - auf unsere Art

  • #4

    Sabrina (Donnerstag, 05 Januar 2017 13:57)

    Danke für Eure lieben Kommentare Katrin, Christina & Suzanne! Auf das wir 2017 alle wieder mehr auf unsere eigene innere Stimme vertrauen. Alles Liebe, Sabrina