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Über Loslassen, Erleuchtung und Achterbahnen


Vor einigen Monaten habe ich ein Wochenende in einem Freizeitpark verbracht- ein Kindheitstraum von mir! Ich liebe Karussells. Immer schon. Bereits als kleines Kind war ich von Freizeitparks und Rummelplätzen nicht wegzubekommen. Und das geht mir bis heute so. Ich mag die Energie von Leichtigkeit, Freude und positiver Aufregung an diesen Orten. Das bunte Treiben, das einem so viele wundervolle neue Eindrücke beschert. Was ich zusätzlich liebe ist Achterbahnfahren. Nicht die kleinen, ruckelnden Jahrmarktbahnen, die einem ständig den Kopf von links nach rechts werfen, sondern die richtig schnellen, die einen mit wahnsinniger Geschwindigkeit in den Himmel schießen.

Ich bin über jenes Wochenende im Frühjahr einige Male in wirklich tollen Achterbahnen gefahren (etwas, was ich viel zu lange nicht mehr gemacht hatte) und habe erstaunliche Erkenntnisse mit nach Hause gebracht, die ich heute mit euch teile!

 

In der spirituellen Szene kennt ihr sicher die beliebte Aufforderung danach „los zulassen, was einem nicht mehr dient“.

Ehrlicherweise hat dieser Satz in der Umsetzung nie so wirklich Sinn für mich gemacht. Was bedeutet „loslassen“ denn eigentlich ganz konkret in meinem täglichen Leben? Dass mir nichts mehr etwas ausmacht? Dass ich Dinge weggebe, ohne sie zu vermissen? Dass ich die Kontrolle über den Schmerz behalte, wenn ich Dinge aufgebe? Oder Menschen verliere?

 

„Kontrolle“ scheint hier ein Schlüsselwort zu sein, denn es steht der Energie vom „Loslassen“, am anderen Ende des Spektrums, direkt gegenüber.

 

Und ist es nicht wundervoll die Kontrolle über Situationen, Ereignisse und Dinge behalten zu können? Wie sicher sich das anfühlt, immer einen Plan B zu haben für alle Unwägbarkeiten des Lebens. Selbst für meinen Schmerz ein Rezept zu finden, damit ich ihn nicht fühlen muss. Dass ich Techniken und Methoden habe, um ihm sofort etwas entgegen setzen zu können, das ihn überlagert, und mich besser fühlen lässt.

 

Genau das tun sehr viele von uns durch spirituelle Methoden. "Wenn ich nur genug positiven Fokus halte, wenn ich nur genug Affirmationen spreche, wenn ich das Gesetz der Anziehung nur genug studiere, werde ich: reich/ nie mehr krank/ unendlich glücklich/ die Partnerschaft meiner Träume eingehen/ nie wieder traurig sein/ … . Und wenn mir all das nicht gelingt, wenn ich immer noch nicht am Ziel meiner Träume bin, immer noch jeden Winter meine Erkältung bekomme, immer noch in meinem alten Job festhänge, bedeutet es wahrscheinlich, dass ich einfach noch nicht gut genug bin, und noch mehr üben muss. Dass ich noch härter an meiner Selbstverbesserung arbeiten muss."

 

Wenn wir uns auf diese Weise im „Loslassen“ üben, versuchen wir damit (mehr oder weniger bewusst) häufig nur unseren Lebensweg oder unser Schicksal zu kontrollieren.

 

Deshalb zurück zu meinen Achterbahnfahrten, denn sie haben mich etwas neues und überraschendes über das Loslassen gelehrt:

 

Sobald du angeschnallt in diesem Sitz sitzt, gibt es kein Zurück mehr. Du kannst nur noch vertrauen (dem Universum, Gott, deinen Engeln- egal, wie du die unsichtbaren Kräfte um dich herum nennst) und dich vollkommen ergeben, während du mit unvorstellbarer Geschwindigkeit in den Himmel geschossen wirst.

Du ergibst dich vollkommen in das was ist und lässt los.

Ganz einfach und automatisch, weil das Leben dich dorthin geführt hat. Und dich auch hindurchführen wird.

 

Deinen Schmerz kontrolliert loslassen zu wollen ist eine Illusion. Wann immer du das versuchst kommst du nur am Rande mit ihm in Berührung und er wird sich kaum transformieren. Wenn du aber den Mut findest, dich hinein sinken zu lassen, ihn voll und ganz zu spüren, wirst du häufig genug die faszinierende Schönheit in seinem Kern entdecken, die dir danach immer wieder den Mut geben wird, diesen Prozess von vorn zu beginnen.

 

Genauso ist es Illusion, Freude durch kontrollierte Techniken heraufbeschwören zu wollen. Freude entsteht aus dem Kontakt mit dem Leben. Sie entsteht aus dem Leben heraus. Indem wir uns ins Leben fallen lassen. Indem wir unserem Herzen folgen. Unserer Intuition. Und indem wir uns öffnen, anstatt uns zu verschließen.

 

„Freude und Schmerz“, „Kontrolle und Loslassen“ werden unendlich viel leichter wenn wir begreifen und wissen, dass nicht wir es sind, die alles bestimmen und ständig im Griff, im Blick und unter Kontrolle haben müssen. Sondern dass es da einen Fluss gibt, eine Kraft, die uns wie auf Schienen führt und leitet, wenn wir uns einmal getraut haben, uns ihr zu übergeben. Uns ihr zu ergeben.

 

Auf diese Weise ist „Loslassen“ die reinste Befreiung.

Meine Erkenntnis für dich aus diesem Kurztrip: wenn du loslassen üben willst, steig in die nächste Achterbahn.

Und wenn du Angst hast dich zu ergeben (egal ob der Freude oder dem Schmerz) dann halte ich gern während einer Coachingsitzung deine Hand dabei. Ich freue mich über deine Nachricht!


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