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Über Spiritualität, Engel und die Herausforderungen des täglichen Lebens

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Erst seitdem ich angefangen habe als Coach und Bloggerin zu arbeiten, und damit gleichzeitig beschlossen habe viele meiner eigenen Erfahrungen öffentlich zu machen, habe ich begonnen auch über Spiritualität zu sprechen. Um ehrlich zu sein: Es war das größte Hindernis für mich, den Schritt in dieses Berufsfeld zu wagen, denn ich hatte enorme Angst davor, was andere über mich denken würden, wenn ich plötzlich beginnen würde, meine eigenen spirituellen Erfahrungen zu teilen. In diesem Blog geht es also sozusagen um ein spirituelles Coming-Out. Schön, dass Du hier bist!

 

Aber okay, fangen wir vorne an.

Seitdem ich denken kann, beschäftige ich mich in der einen oder anderen Form mit Spiritualität. Der Begriff Spiritualität beschreibt dabei heutzutage ein sehr weites Feld, das viele verschiedene Konzepte beinhaltet. Dazu gehören beispielsweise die Verbindung von Körper, Geist und Seele, Quantenphysik, Nahtoderlebnisse, Energieheilung und vieles mehr.

 

Schon als Kind war es mir wichtig Zusammenhänge zu begreifen und einen Sinn im Leben zu erkennen.

Häufig habe ich mich gefragt: „Warum geschieht das genauso und nicht anders?“ Ich war sehr empfindsam und aufnahmefähig für die Schwingungen und Stimmungen in meiner Umgebung (was grundsätzlich alle Kinder sind). Außerdem war für mich immer klar: es gibt eine Kraft/ Energie außerhalb von uns, die auf irgendeine Art und Weise Einfluss auf unser Leben nimmt. Wir sind definitiv mehr als unser Körper und durch unser Bewusstsein mit anderen energetischen Ebenen verbunden. Es gibt die unterschiedlichsten Bezeichnungen für diese Kraft. Die einen nennen sie „das Universum“, die anderen nennen sie „Gott“, wieder andere nennen sie „das Feld der unbegrenzten Möglichkeiten“, „die Quelle“ oder „den Ursprung“. Wie diese Kraft genannt wird ist dabei aber völlig egal, denn am Ende sprechen wir alle von derselben Energie.

 

Heute bin ich mir sicher, dass alle Kinder den direkten Zugang zur dieser Energie und zur „geistigen Welt“ haben. Aber dadurch, dass sie häufig nicht ernst genommen werden, und ihnen das Gefühl vermittelt wird: „So bist du nicht richtig“, entwickeln sie sich davon weg und passen sich dem an, was ihre Familie und ihr unmittelbares Umfeld ihnen vorgeben und von ihnen erwarten. Ich weiß, dass viele von Euch dieses Gefühl kennen: „Da ist etwas, das in mir schlummert. Ein Wissen, eine Ahnung- aber ist das wirklich echt?!“

 

Als ich vierzehn war, traten die Engel in mein Leben. (Und ich hätte mir nie träumen lassen, das mal öffentlich zu schreiben- aber hey, Zeiten ändern Dich, stimmt’s?). Zu dieser Zeit gab es noch kein Google, kein Amazon, Wikipedia oder sonstige Tools durch die ich mich über Produkte hätten informieren können. Informationen kamen aus der Schule zu mir, aus meiner Familie und- und hier wird’s entscheidend- aus den Illustrierten meiner Mutter!

Und in eben einer dieser Illustrierten gab es einen Artikel über Engel. Obwohl ich, wie ich vorher beschrieben habe, immer diese unbestimmte Verbindung zum Universum/ zu Gott hatte, hatte ich mich mit Engeln nie beschäftigt.

 

Schutzengel waren für mich damals weibliche Wesen im Nachthemd, die den einen gut, den anderen wohl weniger aufmerksam bewachten. In diesem Artikel las ich zum ersten Mal darüber, was Menschen über Engel glaubten und las auch zum ersten Mal völlig fasziniert, dass es wohl Menschen gab, die tatsächlich Engel sehen konnten. Und irgendetwas daran ließ mir keine Ruhe mehr. Das Thema beschäftigte mich. Zum Artikel gab es genau einen Buchtipp. Also zog ich los in die nächste Buchhandlung, in der noch im großen schweren Verlagslexikon gesucht wurde, und fragte nach dem Titel von Terry Lynn Taylor: „Warum Engel fliegen können“.

Ich begann zu lesen, stellte fest, dass Engel wohl doch mehr als unzuverlässige Wesen in Nachthemden sein können, und nahm den nächsten Buchtipp am Ende des ersten ins Visier, um noch mehr darüber zu erfahren.

Das war der Beginn einer Reise mit enormen Auf und Abs.

 

Zeitgleich zu meiner Faszination über dieses Thema merkte ich als Teenager aber auch direkt, dass es besser wäre, darüber nicht zu sprechen. Denn zwei Dinge geschahen immer wieder. Entweder wurde mir gesagt, ich sei ja völlig weltfremd, naiv und meschugge an so etwas ernsthaft zu glauben. Oder aber mir wurden Fragen mit höhnischem Unterton gestellt wie: „Wenn es Gott oder Engel wirklich gibt, wieso lassen sie dann so viel Unglück auf der Welt zu?“

Inzwischen bin ich meinen eigenen Antworten dazu näher gekommen aber damals haderte ich selber noch damit und stellte mir, immer wieder zweifelnd, genau diese Fragen. Ich war 15, 16 und hatte natürlich nicht die Schlüssel zum Leid der Welt in der Hosentasche (was sich übrigens bis heute nicht geändert hat- sonst wäre der Rest dieses Artikels nicht notwendig). Nach mehreren solcher, damals für mich sehr negativen, Erlebnisse, beschloss ich nicht mehr darüber zu sprechen, sondern meine eigenen Erfahrungen damit zu machen und meine eigenen Antworten zu finden.

Und wie es so ist, wenn man sich auf den Weg macht, begegneten mir die richtigen Lehrer zur richtigen Zeit. Nach meinen ersten Büchern wurde ich auf die Arbeit von Sabrina Fox und von Doreen Virtue aufmerksam und beschäftigte mich sehr lange Zeit mit ihnen und ihren Erfahrungen und fand dadurch meinen eigenen Zugang zu Engeln.

 

Meine Entscheidung über Engel und Spiritualität nicht mehr zu sprechen, war im Rückblick gesehen, sehr wichtig für meine Entwicklung, weil ich mich ganz darauf einlassen konnte, ohne Angst haben zu müssen, verurteilt zu werden. Alles entwickelte sich sehr langsam und sehr natürlich. Dies ging über viele Jahre hinweg so.

 

Der Nachteil ist, dass man sich irgendwann verdammt einsam fühlt, wenn man einen so wichtigen Teil seines eigenen Lebens immer verbirgt. „Zufällig“ (wobei ich natürlich aus heutiger Sicht weiß, dass es keine Zufälle gibt) fand ich über den Engelkongress in Hamburg heraus, wo Doreen Virtue sein würde, die ich unbedingt einmal live erleben wollte. Bei diesem Kongress traf ich zum ersten Mal Menschen, die ähnliche Interessen hatten, wie ich. (Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass ich damals noch die meiste Zeit über dachte: „Oh Gott, was tue ich hier eigentlich!?“) Bezeichnend ist außerdem, dass außer meiner besten Freundin niemand wusste, dass ich zu diesem Kongress fahre. Wie viele Masken wir doch alle tragen, von denen niemand ahnt.

 

Nun ja, ich könnte Bücher schreiben, über alles, was in der Zwischenzeit passierte und vielleicht mache ich das irgendwann, aber machen wir an dieser Stelle einen Sprung ins Heute und zu meiner (ganz persönlich erworbenen) Ansicht der Dinge.

 

Ich bin es  leid.

Ich bin es leid, dass Menschen, die sich mit spirituellen Themen beschäftigen, die versuchen ein friedliches Leben zu führen, die tatsächlich versuchen die Welt zur verändern oder die sich im Alltag mit einer höheren Bewusstseinsebene verbinden, als „die letzten Spinner“ hingestellt werden. Oder als „Fanatiker“. Oder als „naive Weltverbesserer“. Während diejenigen, die ständig Gedanken und Energien von Angst, Hass und Gewalt verbreiten, als die gelten, die wüssten, wie es „im echten Leben“ aussieht.

Ich bin diese Kultur der Unbewusstheit, des Abweisens jeglicher persönlicher Verantwortung für das, was im eigenen Leben und darum herum, geschieht so wahnsinnig leid.

 

Wieso sollten wir auch auf die Idee kommen neue Wege zu gehen? Unseren Horizont zu erweitern? Unsere Systeme zu reformieren? Klar, sie tragen uns ja noch. Wir stressen uns in ihnen total und haben meistens wenig Spaß am Leben- aber hey, dafür sparen wir für unsere Rente, in der es uns endlich gut gehen wird. Tja, so ist das halt, wenn auf diesem Weg andere untergehen. Den einen geht’s gut, den anderen eben weniger. „Frag doch mal Gott oder dein Universum, warum er das zulässt“.

Ich bin es so leid.

 

Ich bin es so leid, dass der Großteil unserer Gesellschaft noch immer darauf wartet, dass irgendwer kommt, der uns doch noch rettet. Dass irgendwer kommt, der unsere verschmutzten Ozeane aufräumt, ohne dass ich meine Lebensgewohnheiten ändern muss. Dass irgendeinem Politiker schon hoffentlich noch einfallen wird, wie wir Kriege und Wirtschaftskrisen verhindern können, ohne dass ich auf meine eigenen Statussymbole verzichten muss. Und bis dahin kann ich ja weiterhin über jene schimpfen, die bisher darin versagt haben. Ich bin es so leid. Und Religion! Fangen wir erst gar nicht mit Religion an, die wir so gern als Ausrede dafür benutzen, warum bei wem was falsch läuft! Vielleicht kommt ja eines Tages doch noch einer, der uns zeigt, wie es richtig geht?! Ja. Wahrscheinlich aber eher nicht.

Ich weiß, hier ist viel Sarkasmus im Spiel. Manchmal hilft dieser, zur Bewusstwerdung.

Denn Veränderung geschieht aus uns heraus. Sie ist nichts, was uns passiert oder von irgendwem gegeben wird.

 

Nach allem was ich leid bin (und ich denke, dass es wichtig ist, genau das zuerst heraus zu finden) gibt es Situationen, die Hoffnung geben. Viele Situationen. Mehr als jene, die ich leid bin- zum Glück.

 

Nach meinem ersten Buch über Engel sind inzwischen mehr als 20 Jahre vergangen und es hat sich viel verändert. Was zunächst abseits der Gesellschaft in weitgehend unbemerkten Kongressen stattfand, wie dem, von dem ich vorher berichtet habe, ist inzwischen mitten in der Gesellschaft angekommen.

 

Es gibt so viele Bewegungen mit spirituellem Grundcharakter. Egal ob es Veganismus, Yoga, Meditation, die Zunahme alternativer Heilmethoden, das Streben nach Nachhaltigkeit oder etwas Ähnliches ist: Diese Bewegungen zielen darauf ab, dafür zu sorgen, dass es UNS ALLEN besser geht. Jedem Lebewesen. Jedem Menschen. Unserem Planeten. Es geht nicht länger um das Wohl einzelner und das ist verdammt gut so. Denn die Essenz eines spirituellen Lebens ist letztlich die Erkenntnis, dass wir alle eins sind.

 

Spirituelle Praktiken, die Verbundenheit mit dem Universum, mit den Rhythmen der Erde, die Nutzung des kosmischen Wissens, Rituale, Gemeinschaft, Verbundenheit- alle diese spirituellen Elemente gab es übrigens schon immer. Und sie wurden schon lange, lange Zeit genutzt, bevor Religionen, wie wir sie heute kennen, aufkamen und uns Trennung, Verdammnis und Ausschluss lehrten. Gott, das Universum- welchen Namen Du auch immer benutzen magst- war lange vorher da.

 

Mit diesem Blog möchte ich deshalb einen Aufruf starten, an alle, die ein Gefühl für das haben, wovon ich hier spreche:

Werdet sichtbarer. Nicht im Protestieren. Nicht im Beschweren, sondern im Vorbild sein.

Überwinde, wie ich, deine Angst davor, als naiv oder weltfremd dargestellt zu werden und sorg dafür, dass sich die Schwingung um Dich herum, in Deiner Familie und Gemeinschaft verändert und erhöht. Du kannst das. Du musst nur ein kleines bisschen mutig sein. Alles ist schwer, bevor es leicht wird.

 

 

Wenn Du bis hierher gelesen hast, danke ich Dir von Herzen dafür, dass Du mit mir auf diesem Weg bist. Eine zeit lang habe ich damit gehadert und gedacht, dass es sicher leichtere Wege gibt, als diesen hier. Heute sehe ich das anders. Und ich bin froh dort zu sein, wo ich bin. Und sehr dankbar dafür. 

Wenn Du Unterstützung, Ermutigung und Hilfe auf Deinem eigenen Weg brauchst, schreibe mir. Ich kann Deine Hand eine Weile dabei halten.


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Kommentare: 2
  • #1

    Mirjam (Mittwoch, 07 September 2016 10:17)

    Grossartig liebe Sabrina!

    Ich ziehe meinen Hut vor dir, öffentlich dazu zu stehen. Wir müssen gemeinsam Veränderung voranbringen und besonders in unserer Gesellschaft zeigen, dass wir verantwortlich sind für unser Leben und nicht immer die Schuld bei allen anderen suchen. Das ist zu leicht! Und es ist wirklich egal mit welchen Mitteln du ein schönes, glückliches und ausgeglichenes Leben lebst, Hauptsache du machst es!

    Alles Liebe dir
    Mirjam

  • #2

    Simone (Mittwoch, 07 September 2016 18:40)

    Wie Recht Du doch hast Sabrina!!!

    Ich finde Mit diesem Statement hast du mal wieder den Nagel voll auf den Kopf getroffen!!
    Dein Glaube an Engel und deine damit verbundene Spiritualität hat dich zu dem Menschen gemacht, der DU heute bist. ;-)
    Ich Schließe mich deiner Meinung ebenfalls an, dass JEDER SO SEIN SOLLTE WIE ER EBEN IST!!!

    Ich selbst habe schon sehr oft persönlich erfahren, dass es den Menschen leichter fällt jemanden der " BESONDERS " ist, in irgendwelche Schubladen zu stecken!!!

    ICH SELBST bin der Meinung, dass jedes Lebewesen das Leben und die damit verbundenen Energien für sich nutzen kann.

    Ich glaube zum Beispiel voll und ganz daran, das ich im Leben ganz viele Hilfen und sich Hinweise von "höheren Mächten" erhalte...!!!
    Ich darf mich lediglich dafür öffnen und die Zeichen erkennen die mich durch mein Leben leiten!!!

    Ein Bsp. aus meinem täglichen Leben hierzu, möchte ich Euch gerne mal erzählen..
    Als ich im Februar eine neue Stelle in einem Kindergarten begann ... Habe ich mich anfangs in meiner Mittagspause gerne mal in die benachbarte Kirche begeben um dort zur inneren Ruhe zu kommen und einfach mal zu sein. ( Hierzu wäre vielleicht wichtig zu erwähnen, dass ich im späten Alter von 28 meinen Glauben zu GOTT gefunden habe. )
    Als meine Arbeitskollegen mich nach der Pause fragten, wo ich den gewesen bin... sagte ich voller Überzeugung , dass ich in der Kirche saß um zu beten...
    Ein Gelächter ging durch das Team und ich wurde von da an... Als die CHRISTLICHE angesehen. Meine Kolllegen machten sich einen Spaß daraus, immer wenn sie mich sahen, entweder ein kurzes AMEN zu sagen oder sich zu bekreuzigen....!!!
    Und meine ReAktion war folgende...


    ICH MACHTE EINFACH MIT:-))))

    Jeden Morgen hielt ich im Frühdienst ein kurzes ruhiges Gebet ab... Und machte mir auf der TEAMTOILETTE
    an den dafür vorgesehenen persönlichen Kästchen( wo man ne Bürste oder Tampons drin aufbewarte) ein Schild mit meinen Namen..... Zu lesen war da SIMONE die Erzieherin, mit christlichen GLAUBEN. :-))))

    Was ich Euch damit sagen möchte... Es ist NICHT WICHTIG wie man die Energien nennt an die man Glaubt, sondern nur, dass man dazu steht!!!

    Denn diese Handlungsweise ist wichtig und richtig und.......
    Trägt dazu bei, dass sich manch einer mal Gedanken zu diesem Thema macht....;-)

    Handelt Ihr so??? Dann habt ihr meines Erachtens nach ALLES RICHTIG GEMACHT!!!

    In diesem Sinne, weiter so Sabrina!!! Ich bin voll und ganz bei Dir;-)

    Ganz liebe Grüße von einem Engel aus Würzburg;-)

    SIMONE