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"Entweder-oder": ein mehr oder weniger spiritueller Reisebericht


Wir neigen dazu Menschen, Dinge und Situationen in Kategorien und Schubladen einzuteilen. Schwarz und weiß. Richtig und falsch. Gut und Böse. Auf der Grundlage dieser Einteilungen treffen wir Entscheidungen: entweder-oder. Die eine, oder die andere Seite. Bis zu einem gewissen Grad ist das okay, denn es gibt uns Sicherheit und Orientierung. Es hat aber ganz klar auch seine Schattenseiten. Mein heutiger Blog ist sehr persönlich und handelt vor allem von Erlebnissen, die mit diesen Schattenseiten zu tun haben.

 

Der Mai war mein Reisemonat. Unterschiedliche Events haben mich zunächst quer durch Deutschland und zuletzt noch nach Mallorca geführt. Dazu muss ich sagen, dass ich im Vergleich zu anderen Bloggern und Onlineunternehmern nicht viel auf Reisen bin- ich bin extrem gern Zuhause! Der Mai war also wirklich etwas Besonderes für mich. Und wie das so ist mit Reisen: man erlebt dort Vieles, was einen Dinge Überdenken und neu einsortieren lässt. Viele wertvolle Erfahrungen und Lektionen, über Schubladen, Urteile und Vorurteile.

 

Meine wichtigste Reise im Mai hat mich nach Berlin zu einem Workshop mit Teal Swan geführt- einer spirituellen Lehrerin aus Amerika, deren Arbeit mich schon lange fasziniert und inspiriert. Auf dieser Reise habe ich so viele nette Menschen kennengelernt, deren Alltag ähnlich geprägt ist wie meiner. Der Wunsch nach Wachstum und positiver Veränderung dieser Menschen hat mich tief beeindruckt. Und, was mich besonders überrascht hat, (erstes Vorurteil auf meiner Seite, denn auch mit der Spiritualität ist das ja so eine Sache): die Teilnehmer waren so schön normal! Alle Altersstufen, Männer und Frauen, ganz alltägliche Sorgen und Probleme. Kein abgehobenes BlaBla, kein weltfremdes Gerede.

 

Spiritualität ist ein sehr wichtiger Faktor in meinem Leben. Schon als Kind habe ich mir um die großen Zusammenhänge im Leben Gedanken gemacht: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Warum sind wir eigentlich hier?

Fragen wie diese haben mich immer beschäftigt.

Ein spirituelles Leben zu führen bedeutet für mich, mit einer Energie zusammenzuarbeiten, die ursprünglich ist und magisch und faszinierend. Diese Energie, hat viele unterschiedliche Namen. Einige nennen sie "das Universum". Andere nennen sie "Gott". Quantenphysiker nennen sie unter anderem"das Feld der unbegrenzten Möglichkeiten". Wieder andere nennen sie "die Quelle" oder "den Ursprung aller Dinge". Doch letztlich ist es egal, welchen Namen wir ihr geben, denn am Ende ist es dieselbe, ursprüngliche Energie, über die wir alle sprechen und mit der wir uns verbinden können.

 

Ich persönlich bekomme im Alltag Zugang zu dieser Energie, indem ich meditiere, indem ich so wenig wie möglich mit Chemikalien in Berührung komme, meinem Körper viele Nährstoffe zuführe, indem ich lese, lerne und meine Gedanken- und Verhaltensmuster immer wieder bewusst überprüfe. (Jedes dieser einzelnen Elemente mit unterschiedlicher Intensität und Regelmäßigkeit.)

 

Obwohl die Beschäftigung mit spirituellen Fragen, mit dem Sinn des Lebens, schon immer wichtig für mich gewesen ist, wussten das bis zum Start meines Coachingbusiness nur wenige Menschen von mir. Ich hatte viel zu oft die Erfahrung gemacht (Achtung nächstes Vorurteil) von Menschen mit hochgezogenen Augenbrauen in die Schublade: „Mhh, nett ist sie ja, aber wohl nicht ganz dicht“ gesteckt zu werden, sobald ich meine Ansichten teilte. Das Selbstbewusstsein, zu den Dingen zu stehen, von denen ich überzeugt bin und die mir Freude machen, musste ich mir erst über sehr lange Zeit antrainieren.

 

Als reinen Kontrast zu meiner Workshopreise war ich (mit einigen Zwischenstopps) zum Ende des Monats für einige Tage mit zehn Freundinnen, von denen ich viele schon „seit immer“ kenne, auf der berühmtesten Partymeile Mallorcas. Wir hatten unglaublich viel Spaß und eine tolle Zeit miteinander! Warum ich das hier in meinem CoachingBlog teile, mit dem ich andere Menschen zu Wachstum und Entwicklung inspirieren möchte? Weil ich auch in den Vorbereitungen zu dieser Reise mit vielen Vorurteilen konfrontiert wurde: „Naja, wie passt denn das zusammen? Auf der einen Seite hoch spirituell und gesundheitsbewusst sein wollen und dann Urlaub am Ballermann? Mh, da kann es ja mit der Erleuchtung nicht weit her sein!“

Früher habe ich bei solchen Aussagen angefangen mich zu rechtfertigen und ein bisschen schuldbewusst meinen Hals einzuziehen. Heute gehe ich anders damit um.

 

Teal Swan lehrt etwas, was sie „AND-Consciousness“ nennt, also ein „UND-Bewusstsein“. Dieses „AND-Consciousness“ gehört zu den wichtigsten Erkenntnissen, die ich in den vergangenen Monaten für mein eigenes Leben finden konnte. Menschen, Situationen und Dinge in Schubladen einsortieren zu wollen ist zum einen nur natürlich, weil wir uns dadurch orientieren können und einen Standpunkt für uns selbst finden können. Es führt aber auch dazu, dass wir Dinge häufig völlig unreflektiert in schwarz oder weiß einteilen. In Gut oder Böse. In richtig oder falsch. In spirituell oder unbewusst. In verrückt oder normal. Das sind sie aber in den seltensten Fällen. Nur weil das eine wahr ist, heißt es noch lange nicht, dass das andere falsch sein muss. Es kann beides wahr sein- je nachdem, welchen Standpunkt und welche Perspektive, der Einzelne einnimmt.

 

„UND-Bewusstsein“ heißt für mich, dass beides geht: Ich kann ein spirituelles, bewusstes Leben führen UND gleichzeitig zwei, drei Mal im Jahr ein Wochenende mit ungesundem Essen und durchaus dem ein oder anderen Glas Alkohol zu viel verbringen. Ich kann täglich meditieren und gleichzeitig gelegentlich mein Seelenheil darin finden 48 Stunden im Netflix-Serienwahn auf dem Sofa zu verbringen. Ich kann Zeit mit neuen Menschen verbringen, die ein ähnliches Weltbild haben wie ich UND gleichzeitig geliebte Menschen um mich haben, die so ganz anders denken und leben, wie ich. Wieso soll ich mich eigentlich ständig zwischen Entweder-oder entscheiden? Der Mai hat mich gelehrt, dass ich beides haben kann. Dass ich beides haben will. Dass ich beides haben darf.

 

Wie einer meiner Lieblingspoeten Rumi es schon vor hunderten von Jahren festgestellt hat: „Jenseits von richtig und falsch gibt es einen Ort. Hier können wir einander begegnen.“

 

Wenn Du auch grundsätzlich das Bedürfnis verspürst „Mehr“ zu wollen und alte Limitationen hinter Dir zu lassen, lass uns gemeinsam daran arbeiten, es endlich umzusetzen. Frage gern ein Coaching mit mir an!

P.S.: Und der Spruch: „Du kannst im Leben nicht alles haben!“? Mh, vielleicht nicht alles, aber das Meiste wahrscheinlich schon.

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Kommentare: 3
  • #1

    Simone (Freitag, 03 Juni 2016 13:45)

    Hallo Sabrina,

    Ich fand deine Erfahrungen und daraus gewonnen Erkenntnisse die du uns im Reisemonat Mai beschrieben hast sehr wertvoll.
    Zum einen haben Sie mich zum schmunzeln gebracht.. Zum anderen haben Musste ich auch ganz viel über deine Message nachdenken.

    Ich bin auch der gleichen Meinung wie du, dass man mal "von jeder Torte am Geburtstag, ein kleines Stückchen probieren sollte;-)"

    Als Kind wurde mir das ebenfalls immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass man sich ja NUR FÜR EINE SACHE ENTSCHEIDEN KANN ...
    Und der Spruch : " Simone, du KANNST NUN MAL NICHT AUF ALLEN HOCHZEITEN GLEICHZEITIG TANZEN .."
    War ständiger Begleiter für mich in meinem Elternhaus.

    Im Laufe meines ErwachsenenDaseins habe ich aber herausgefunden, dass man sehr wohl auf mehreren Hochzeiten tanzen und sogar noch die Moderation machen und die Biertheke bedienen kann;-)

    Ich möchte damit nur sagen, dass ich dir voll und ganz zustimmen mit Deiner Ansicht, dass die Welt nicht nur in Schwarz und Weiß aufgeteilt werden kann... Und sollte ...

    Wir Alle können dazu beitragen, dass wir ein farbenfrohes miteinander hier auf Erden haben.

    In diesem Sinne.. Take Care and enjoy your life's

  • #2

    Evelyn (Samstag, 04 Juni 2016 10:05)

    So und nicht anders!
    Das Leben ist BUNT und vielfältig und warum soll man sich selbst beschränken, zumeist durch eigene, also selbstauferlegte Schranken? Alles darf sein, solange wir es mit Freude und Bewusstheit tun. Ja, und obwohl ich mich im Alltag zuhause zu 96% vegan ernähre, esse ich im Sommer ganz normales Eis. Das mag politisch nicht korrekt sein und meine Omnivoren-Freunde meinen dann auch mich belehren zu müssen, aber es ist wie es ist. Ich esse den Sommer über Eis und damit Punkt. Das eine darf neben dem anderen bestehen. Vollkommen inspirituell vielleicht, aber eben ganz ich. Aber - das kann schon im nächsten Sommer ganz anders sein, Entwicklung läuft eben nicht immer linear und so dürfen wir uns immer mehr dahin ausdehnen, wo wir uns wohlfühlen. :-)

    In diesem Sinne - genieße den Sommer, liebe Sabrina, auf deine Weise, so wie ich das auch mache.

    Herzensgrüsse
    Evelyn (die mit den gestrigen Friedhofs-Skulpturen bei Instagram... *gg*)

  • #3

    Carmen (Dienstag, 21 Juni 2016 16:49)

    Hallo Sabrina!
    Du hast einen sehr interessanten Reisebericht verfasst.
    Es hat doch gut geklappt mit der Kombi aus bewusst und Mallorca/mittendrin. ;)
    Liebe Grüße!!